Argentinien

Weinbau in Argentinien heute

Nach der Absetzung Peróns führten diverse Militärregierungen das Land immer weiter ins Abseits. Eine ausufernde Bürokratie und eine daraus resultierende, stark verbreitete Korruption lenkten Argentinien zwischen den 1960er Jahren bis zu Beginn der 1980er Jahre zunehmend in die Isolation.

Der Niedergang schlug sich auch auf den Weinbau nieder. Zunächst verzerrten beeindruckend hohe Produktionszahlen das Bild, da der Wein ausschließlich für den einheimischen Konsum bestimmt war. Trotz ärmlicher Verhältnisse der einfachen Bevölkerung lag der Jahresverbrauch Anfang der 1970er Jahre bei 90 Liter Wein pro Kopf. Der Inlandsmarkt wurde mit billigem Vino de mesa, einem Tafelwein, beliefert. Der Wein war selbstverständlicher Bestandteil der argentinischen Küche. Eine Preisstaffelung als Ausdruck verschiedener Qualitäten existierte nicht.

Die Weinerzeuger investierten stattdessen in die Massenerzeugung und vernachlässigten die Qualität mangels Nachfrage. Diese Politik führte zu einer Überproduktion, die im Jahr 1977 mit 350.680 Hektar bestockter Rebfläche ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Erträge von 250–400 Hektoliter/Hektar waren nicht ungewöhnlich.[5]

Zur gleichen Zeit setzte ein dramatischer Rückgang des Inlandsverbrauchs ein. Anfang der 1990er Jahre fiel der Pro-Kopf-Verbrauch auf unter 50 Liter/Jahr, um sich fünf Jahre später bei ca. 39 Liter/Jahr einzupendeln. Im Jahr 2003 führte die OIV das Land Argentinien mit 32,1 Liter/Person und Jahr auf Rang neun der Rangliste: Spitzenreiter war Luxemburg mit 55,8 Liter, dicht gefolgt von Frankreich (55,4 Liter), Portugal (52,6 Liter) und Italien (51,1 Liter).[6]

In Anbetracht dieser Entwicklung befassten sich die ersten Weinerzeuger mit Weitblick gegen Ende der 1980er Jahre ernsthaft mit den Möglichkeiten eines Exports. Zuvor war ein Exportgeschäft kaum vorstellbar, da Argentinien unter einer Hyperinflation von bis zu 1000 Prozent pro Jahr litt.

Unter Präsident Carlos Menem erstarkte das Vertrauen der eigenen Bevölkerung in das Land. Ab 1989 privatisierte er die Staatsfirmen und die staatlichen Fernsehanstalten. Er deregulierte die Wirtschaft und gab die Preise frei. Während der Amtszeit des Wirtschaftsministers Domingo Cavallo wurde das Konvertibilitätsgesetz erlassen, das den Wert des argentinischen Peso 1:1 an den Dollar der Vereinigten Staaten koppelte. Die positive Entwicklung des Landes ermöglichte umfangreiche Investitionen in den Weinbau. Dies war zwingend notwendig, um hochwertige und damit auch Produkte im Hochpreis-Segment erzeugen zu können.

Der Umstieg zugunsten qualitativ besserer Weine erfolgte jedoch nicht so zügig wie im benachbarten Chile. Neben verspätet einsetzender positiver Wirtschaftsdaten erlitt der Weinbau Mitte der 1980er Jahre einige herbe Rückschläge. Die Bodega Arizu, das bis dato weltgrößte Weinbauunternehmen, wurde durch finanzielle Schwierigkeiten der Grupo Greco in den Konkurs gerissen. Die erhaltenen Produktionseinheiten gehören mittlerweile zum Kulturerbe Argentiniens.

1988 musste der staatseigene Betrieb Giol Konkurs anmelden. Giol wurde seinerzeit gegründet, um den Markt über riesige Abnahmemengen zu stabilisieren.

Um den Markt nachhaltig zu festigen, wurden die Weinbauern mittels finanzieller Anreize zur Rodung großer Rebflächen gedrängt. Die Bauern nahmen dieses Angebot dankend an, da die Weinpreise eine kostendeckende Arbeit nicht mehr ermöglichten. Insbesondere die Fläche der roten Rebsorten schrumpfte um fast ein Drittel, da die argentinische Mittelschicht in den 1980er Jahre ihre Vorliebe für Weißwein entdeckte.

(Quelle: Wikipedia) 

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Argentinien

Weinbau in Argentinien heute

Nach der Absetzung Peróns führten diverse Militärregierungen das Land immer weiter ins Abseits. Eine ausufernde Bürokratie und eine daraus resultierende, stark verbreitete Korruption lenkten Argentinien zwischen den 1960er Jahren bis zu Beginn der 1980er Jahre zunehmend in die Isolation.

Der Niedergang schlug sich auch auf den Weinbau nieder. Zunächst verzerrten beeindruckend hohe Produktionszahlen das Bild, da der Wein ausschließlich für den einheimischen Konsum bestimmt war. Trotz ärmlicher Verhältnisse der einfachen Bevölkerung lag der Jahresverbrauch Anfang der 1970er Jahre bei 90 Liter Wein pro Kopf. Der Inlandsmarkt wurde mit billigem Vino de mesa, einem Tafelwein, beliefert. Der Wein war selbstverständlicher Bestandteil der argentinischen Küche. Eine Preisstaffelung als Ausdruck verschiedener Qualitäten existierte nicht.

Die Weinerzeuger investierten stattdessen in die Massenerzeugung und vernachlässigten die Qualität mangels Nachfrage. Diese Politik führte zu einer Überproduktion, die im Jahr 1977 mit 350.680 Hektar bestockter Rebfläche ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Erträge von 250–400 Hektoliter/Hektar waren nicht ungewöhnlich.[5]

Zur gleichen Zeit setzte ein dramatischer Rückgang des Inlandsverbrauchs ein. Anfang der 1990er Jahre fiel der Pro-Kopf-Verbrauch auf unter 50 Liter/Jahr, um sich fünf Jahre später bei ca. 39 Liter/Jahr einzupendeln. Im Jahr 2003 führte die OIV das Land Argentinien mit 32,1 Liter/Person und Jahr auf Rang neun der Rangliste: Spitzenreiter war Luxemburg mit 55,8 Liter, dicht gefolgt von Frankreich (55,4 Liter), Portugal (52,6 Liter) und Italien (51,1 Liter).[6]

In Anbetracht dieser Entwicklung befassten sich die ersten Weinerzeuger mit Weitblick gegen Ende der 1980er Jahre ernsthaft mit den Möglichkeiten eines Exports. Zuvor war ein Exportgeschäft kaum vorstellbar, da Argentinien unter einer Hyperinflation von bis zu 1000 Prozent pro Jahr litt.

Unter Präsident Carlos Menem erstarkte das Vertrauen der eigenen Bevölkerung in das Land. Ab 1989 privatisierte er die Staatsfirmen und die staatlichen Fernsehanstalten. Er deregulierte die Wirtschaft und gab die Preise frei. Während der Amtszeit des Wirtschaftsministers Domingo Cavallo wurde das Konvertibilitätsgesetz erlassen, das den Wert des argentinischen Peso 1:1 an den Dollar der Vereinigten Staaten koppelte. Die positive Entwicklung des Landes ermöglichte umfangreiche Investitionen in den Weinbau. Dies war zwingend notwendig, um hochwertige und damit auch Produkte im Hochpreis-Segment erzeugen zu können.

Der Umstieg zugunsten qualitativ besserer Weine erfolgte jedoch nicht so zügig wie im benachbarten Chile. Neben verspätet einsetzender positiver Wirtschaftsdaten erlitt der Weinbau Mitte der 1980er Jahre einige herbe Rückschläge. Die Bodega Arizu, das bis dato weltgrößte Weinbauunternehmen, wurde durch finanzielle Schwierigkeiten der Grupo Greco in den Konkurs gerissen. Die erhaltenen Produktionseinheiten gehören mittlerweile zum Kulturerbe Argentiniens.

1988 musste der staatseigene Betrieb Giol Konkurs anmelden. Giol wurde seinerzeit gegründet, um den Markt über riesige Abnahmemengen zu stabilisieren.

Um den Markt nachhaltig zu festigen, wurden die Weinbauern mittels finanzieller Anreize zur Rodung großer Rebflächen gedrängt. Die Bauern nahmen dieses Angebot dankend an, da die Weinpreise eine kostendeckende Arbeit nicht mehr ermöglichten. Insbesondere die Fläche der roten Rebsorten schrumpfte um fast ein Drittel, da die argentinische Mittelschicht in den 1980er Jahre ihre Vorliebe für Weißwein entdeckte.

(Quelle: Wikipedia) 

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